Netzausbau mit einer Unbekannten - Bundesnetzagentur auf Reisen!!

May 12, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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20.5.2015

inSüdthüringen.de | Netzausbau mit einer Unbekannten

19.05.2015 00:00 Uhr, Wirtschaft NETZAUSBAU MIT EINER UNBEKANNTEN Die Bundesnetzagentur reist in diesen Wochen durch Deutschland, um die Pläne der großen Konzerne für den Ausbau des Stromnetzes vorzustellen. Doch die Forderungen Bayerns werfen alle Planung über den Haufen.

Die Welt des Netzausbaus in Deutschland wird immer unübersichtlicher. Bis vor wenigen Monaten war die Gemengelage einfach. Auf der einen Seite war ­ zumindest in Thüringen ­ der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz Transmission GmbH. Das ist das Unternehmen aus Berlin, das das ostdeutsche Höchstspannungsnetz betreibt und unter anderem gerade den dritten Bauabschnitt der sogenannten Thüringer Strombrücke von Altenfeld in Richtung Bayern durch den Thüringer Wald treibt. Auf der anderen Seite waren die Gegner der Neubautrassen. Von bundesweiten Medien gerne auch mal als Hinterwäldler dargestellt, die den Fortschritt verhindern, weil sie sich dem Ausbau der Stromnetze vor ihrer Haustür widersetzen. Petra Enders, früher Bürgermeisterin von Großbreitenbach im Ilm­Kreis und jetzt Landrätin eben jenes Kreises, gehört zu diesen Gegnern. Neubauten lehnt sie ab. Das war so und das ist so. Erst am Montag teilte sie wieder mit, dass der Landkreis bei der Bundesnetzagentur sein Nein zum aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans eingereicht habe. Von Trassenbündelung könne angesichts der vorliegenden Pläne keine Rede sein, so Enders. Die Belastungen für den Ilm­Kreis könnten eher potenziert werden. Bedenken aus Bayern Tatsächlich führt die Linie, die die geplante Gleichstrompassage von Sachsen­Anhalt nach Bayern markiert, auch durch Thüringen. Und zwar deckungsgleich zur Höchstspannungsleitung, die gerade erst gebaut wird. Bei 50 Hertz versichern die Verantwortlichen immer wieder, dass die Linien in diesem Stadium der Planung noch keine Festlegung auf einen Trassenverlauf seien. Doch bei den Gegnern finden die Versicherungen von jeher wenig Gehör. Seit dem Wochenende allerdings stellt sich die Frage, welchen Wert die derzeit diskutierten Planungen überhaupt haben. Denn zu den beiden Parteien im Konflikt ist eine dritte hinzugekommen: Der Freistaat Bayern. Denn erst auf Druck der bayerischen Staatsregierung musste zum Beispiel der Netzbetreiber 50 Hertz seine Pläne für die Gleichstrompassage Süd­ Ost ändern. Für dieses Megaprojekt war der Vorzugskorridor entlang der Autobahn 9 durch Thüringen eigentlich schon gefunden. Dann kam Horst Seehofer und sagte stopp. 50 Hertz änderte seine Pläne und verlängerte die Trasse. Die Begeisterung in Bayern für das Projekt nahm dadurch nicht zu. Doch sie steht nun so im Plan. Ausbau statt Neubau Das wiederum stößt den Thüringern sauer auf. Sie sehen nicht ein, warum sie noch eine Stromtrasse in ihrer Landschaft hinnehmen sollen. Wo sie den Strom doch gar nicht brauchen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow wird daher auch nicht müde, zu betonen, die Geschäftsführung von 50 Hertz habe ihm versichert, dass das Unternehmen ohne einen Neubau auskommen wolle. Die Superleitung soll durch den Ausbau bestehender Trassen realisiert werden. Offiziell bestätigt das bei 50 Hertz so aber niemand. Der Ausbau bestehender Trassen sei lediglich eine Option von vielen. Das Problem was alle Beteiligten derzeit haben: Die Bayern rücken so recht nicht damit heraus, wieviel Strom sie künftig eigentlich brauchen, wenn die Kernkraftwerke in Süddeutschland vom Netz geben. Stattdessen zündet das Kabinett Seehofer weitere Nebelkerzen: Denn zwischen Bayern, Baden­Württemberg und Hessen tobt ein neuer, heftiger Streit über eine geplante Stromtrasse von Nord­ nach Süddeutschland. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wies am Montag heftige Kritik aus den Nachbarländern an einem neuen Trassenvorschlag aus München zurück. Dieser sieht vor, den sogenannten SuedLink nach Westen zu verschieben, womit beide Nachbarn deutlich stärker belastet würden. Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) sagte dazu: "Egal, was in Bayern gedacht, geredet oder geschrieben wird, es wird keine Verlagerung der Trassenführung gegen die hessischen Interessen geben." Und auch aus Stuttgart kam Kritik. http://www.insuedthueringen.de/regional/wirtschaft/Netzausbau­mit­einer­Unbekannten;art83483,4093613,PRINT?_FRAME=33

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Das Geld­Prinzip Seehofer sagte vor einer CSU­Vorstandssitzung in München zu der bayerischen Idee: "Das hat nichts mit Sankt­Florians­Prinzip zu tun, sondern mit einer vernünftigen Energiepolitik." Baden­ Württemberg brauche den SuedLink ohnehin und habe diesen auch begrüßt. Nun gehe es nur darum, wo man einen Zweig nach Bayern führe. Und wenn man den SuedLink von der Nordsee nach Baden­Württemberg führen wolle, dann müsse dieser eben durch Hessen führen. "Der kann nur durch Hessen gehen", betonte Seehofer. "Wo soll er denn sonst durchgehen?" Zudem rechtfertigte Seehofer das hartnäckige bayerische Vorgehen mit den Milliardenzahlungen Bayerns etwa in den Länderfinanzausgleich. "Dann darf man schon mal bayerische Interessen in anderen Bereichen ­ unter Einbettung in die Gesamtpolitik ­ vertreten", sagte er. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) rechnete vor, dass nach den bisherigen Plänen 400 Kilometer neue Stromleitungen in Bayern gebaut werden müssten und nur 100 in Baden­ Württemberg. Durch die neuen bayerischen Vorschläge würde dies deutlich ausgewogener. In einer am Wochenende bekanntgewordenen Stellungnahme zu den Netzausbauplänen der Bundesnetzagentur plädiert das bayerische Wirtschaftsministerium für die Verschiebung der Trasse nach Westen. Die Trasse soll demnach nicht ins unterfränkische Grafenrheinfeld führen und von dort weiterverteilt werden, sondern direkt nach Baden­Württemberg ­ mit einem Zweig ins bayerisch­schwäbische Gundremmingen. Seehofer sagte hierzu, am Anfang sei auch gar nicht vorgesehen gewesen, dass der SuedLink durch Bayern führen solle. Und Aigner fügte hinzu, es sei auch aus Sicherheitsgründen nicht sinnvoll, zu viele Trassen in Grafenrheinfeld zu bündeln. Dort soll auch die Thüringer Strombrücke in Bayern ankommen. Auf Thüringer Linie Seehofer deutete unterdessen erstmals an, dass es vermutlich doch zwei neue Höchstspannungstrassen geben könnte ­ neben der Thüringer Strombrücke. Er betonte zwar: "Wir sagen: Zwei minus X. Gilt nach wie vor." Wenn aber andere Wege nicht einigungsfähig seien, dann wolle man den SuedLink mit Abzweig nach Gundremmingen und die sogenannte Süd­Ost­Trasse "unter Nutzung bestehender Trassen" nach Landshut oder Ingolstadt. "Das ist unser Verhandlungs­, unser Gesprächsangebot." Damit wäre Seehofer zumindest in diesem Punkt auf einer Linie mit Thüringen. Bleibt am Ende die Frage, welchen Wert die Veranstaltungen der Bundesnetzagentur haben, bei denen sie derzeit mit den Bürgern über die Ausbaupläne diskutiert. Denn eines wird deutlich in diesen Tagen: Spruchreif beim Netzausbau ist in diesen Tagen nur, dass zwischen Altenfeld und der bayerischen Landesgrenze der dritte Bauabschnitt der Thüringer Strombrücke gebaut wird. Fest steht auch, dass die Netzbetreiber ungeachtet der politischen Ränkespiele ihre Planungen vorantreiben. So vermeldete 50 Hertz in der vergangenen Woche, sich einen größeren finanziellen Spielraum verschafft zu haben. Der Konzern plant bis 2024 Investitionen von insgesamt rund 5,4 Milliarden Euro. Dafür hatte sich 50 Hertz einen Konsortialkredit über 750 Millionen Euro verschafft. Quelle: www.insuedthueringen.de Autor: Von Jolf Schneider Artikel: http://www.insuedthueringen.de/regional/wirtschaft/Netzausbau­mit­einer­ Unbekannten;art83483,4093613 Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung

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